Wettanbieter ohne OASIS: Was Sperrdatei-Anbindung wirklich bedeutet
Stand: 17. Oktober 2026 · Geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL)

Die ersten drei Wörter jeder Suchanfrage nach „Wettanbietern ohne OASIS“ versprechen etwas, das der Markt in dieser Form nicht hergibt: Wer in Deutschland mit einer deutschen Erlaubnis arbeitet, fragt OASIS ab – bei der Registrierung und bei jedem Login. Wer die Abfrage nicht macht, hat schlicht keine deutsche Erlaubnis und fällt damit in genau die Kategorie, vor der die GGL aktiv warnt. Dieser Text sortiert ein, was jenseits der Schlagworte tatsächlich auf dem Spiel steht, und zeigt, welche der zehn in Deutschland erreichbaren Marken an OASIS und LUGAS angeschlossen sind – und welche in eine rechtliche Grauzone führen, die für gesperrte Spieler zum Verlust ihres Schutzes wird.
Was OASIS leistet und warum ein Weg daran vorbei schnell zu Ende ist
OASIS ist ein spielformübergreifendes, bundesweit geführtes Sperrsystem, das vom Regierungspräsidium Darmstadt verwaltet wird. Es erfasst Spielersperren ebenso wie Abfragen zu Bonusangeboten und Werbung und wird von allen Anbietern mit deutscher Erlaubnis verpflichtend angebunden. Wer sich selbst sperren lässt, taucht dort auf – und wird damit bei jedem Anbieter blockiert, der an die Datei angeschlossen ist. Das ist der Punkt, an dem jede Wette ohne OASIS entweder zur Lizenzlüge wird oder zur Schutzlücke.

Drei Bausteine für Spielersperren
OASIS funktioniert über drei Hebel: die Selbstsperre, die Fremdsperre und den Panikbutton. Die Selbstsperre wird vom Spieler beantragt, eine Fremdsperre durch Dritte oder Angehörige ausgelöst, und der Panikbutton setzt sofort und ohne Wartezeit eine 24-Stunden-Sperre. Daneben gibt es die Sperrung wegen Überschreitung des Einzahlungslimits. Selbstsperren laufen mindestens drei Monate, wenn der Spieler eine Frist nennt, sonst mindestens ein Jahr. Wer aus einer Selbstsperre zurückkehrt, durchläuft eine Wartezeit von 24 Stunden zwischen Aufhebung und Wiederanmeldung.
Spielschutz, der erst durch die Anbindung entsteht
Spielerschutz bei Wettanbietern ist in Deutschland kein freiwilliges Werbeversprechen, sondern eine Lizenzauflage. Lässt sich jemand auf einer Plattform selbst sperren, wirkt das nur, wenn diese Plattform an OASIS angeschlossen ist – und genau diese Anbindung fehlt bei Offshore-Anbietern.

Warum nur OASIS schützt
Wer bei einem deutschen Anbieter gesperrt ist, dessen Sperre greift auf jedem anderen deutschen Anbieter, sobald dort die Anmeldung versucht wird. Das ist der Sinn einer plattformübergreifenden Datei: ein Eintrag, eine Wirkung, alle angeschlossenen Veranstalter. Die Selbstsperre ist also nicht der erste Schritt eines einzelnen Buchmachers, sondern ein Eintrag in eine Akte, die mehrere Firmen lesen. Offshore-Marken lesen diese Akte nicht – sie kennen sie nicht einmal.
Was der Panikbutton tatsächlich auslöst
Der Panikbutton schaltet unmittelbar für 24 Stunden den Zugang zum Wettkonto frei. Er ist in den Kontoeinstellungen jedes lizenzierten Anbieters zu finden und wirkt ohne Wartezeit – er ist kein Antrag, sondern ein Schalter. Ausgelöst wird die Sperre über die Limitdatei, die der Anbieter führt, und wirkt nur auf dem Konto des auslösenden Spielers. Wer den Panikbutton betätigt hat, kann für den Rest des Tages nicht weiterspielen; nach Ablauf der 24 Stunden läuft der Zugang normal weiter, sofern keine weiteren Sperren gesetzt sind.
Einzahlungslimit und Spielersperre greifen ineinander
Das Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat wird über die LUGAS Limitdatei durchgesetzt, die alle lizenzierten Anbieter führen. Wird das Limit überschritten, folgt eine automatische Sperre für den Rest des Monats – wieder ein Mechanismus, der nur bei Anbietern mit deutscher Erlaubnis greift. Wer auf einer Offshore-Seite spielt, hat keine dieser Sperren, weil dort weder Limitdatei noch Sperrdatei angeschlossen sind.
Was die deutsche Erlaubnis tatsächlich voraussetzt
Eine Erlaubnis für Sportwetten im Internet vergibt seit dem 1. Juli 2021 die GGL nach dem Glücksspielstaatsvertrag. Sie ist die einzige Stelle, die diese Erlaubnis bundesweit ausstellt – der Nachweis erfolgt über die Whitelist.
Die Whitelist als einziger Lackmustest
Die Whitelist der GGL enthält nach dem Stand vom 2. Oktober 2026 insgesamt 30 Einträge: 27 Inhaber einer Sportwetten-Erlaubnis, davon zwei zusätzlich mit Pferdewetten, und drei weitere nur mit Pferdewetten. Jede gelistete Domain ist eine .de-Domain – aber ein .de-Auftritt allein beweist noch keine Erlaubnis, weil die Domain nicht zwingend auf der Whitelist stehen muss. Wer prüfen will, ob ein Anbieter legal arbeitet, muss die Domain in der Liste nachschlagen, nicht nur die Endung der Webadresse anschauen. Eine erste Erlaubnis läuft fünf Jahre, die Whitelist zeigt allerdings nur Ausstellungsdaten, keine Endtermine.
Welche Anbieter angeschlossen sind und welche nicht
Eine Erlaubnis wird nur für genau die Domain erteilt, die in der Whitelist steht; weitere Lizenzen für Slots, Poker oder Casino sind getrennte Erlaubnisse mit eigenen Bedingungen. Im Bereich der Sportwettenanbieter mit deutscher Erlaubnis, die Spieler in Deutschland tatsächlich nutzen, führen sechs Marken die für sie ausgestellte Domain: Betway, DAZN Bet, Bpremium, Betano, AdmiralBet und NEO.bet. Sie alle fragen OASIS ab, prüfen die Limitdatei und führen die Aktivitätsdatei. Marken wie Playzilla, Allyspin, 22Bet und Boomerang Bet, die über .com-Domains auftreten, sind nicht auf dieser Liste und haben nach den vorliegenden Angaben auch keine deutsche Sportwetten-Erlaubnis.
| Anbieter (Marke) | Whitelist-Status und Erlaubnisinhaber | Sportwetten-Erlaubnis seit |
|---|---|---|
| Betway | Betway Limited | 09.03.2021 |
| DAZN Bet | DZBT Operations Limited | 22.08.2023 |
| bpremium | Ladbrokes (Deutschland) Limited | 09.10.2020 |
| Betano | Betkick Sportsbetting Limited | 19.02.2021 |
| AdmiralBet | Greentube Betting Malta Limited | 09.10.2020 |
| NEO.bet | Greenvest Betting Limited | 09.10.2020 |
Die Einträge stammen aus der Whitelist-Übersicht der GGL, Stand 2. Oktober 2026. Folgeerlaubnisse, die in den Einträgen der Behörde nach demselben Datum ausgewiesen sind, bleiben in der Tabelle außen vor – sie sind keine gesonderte Erteilung, sondern eine Verlängerung unter derselben Domain. Was die Übersicht nicht hergibt, ist eine Aussage zum Ende der Erlaubnis.
Welche Folgen eine Sperre für ein Konto bei einem zugelassenen Anbieter hat
Eine Selbstsperre ist kein Vorschlag, sondern eine Sperre. Im Konto wirkt sie ab dem Moment der Eintragung in der Limitdatei, aber erst die Verbreitung über OASIS macht sie plattformübergreifend wirksam.
Schritt für Schritt zur Sperre
Eine Selbstsperre wird digital über das Formular des Regierungspräsidiums Darmstadt beantragt, das ein BundID-Nutzerkonto und die Online-Ausweisfunktion voraussetzt. Wer kein BundID-Konto hat, kann den Antrag auf dem Postweg stellen. Nach Eingang prüft das Regierungspräsidium den Antrag und trägt die Sperre in die Datei ein. Ab diesem Zeitpunkt ist die Registrierung bei jedem angeschlossenen Anbieter nicht mehr möglich; laufende Konten werden bei der nächsten Login-Abfrage gesperrt.
Was nach der Aufhebung passiert
Eine Selbstsperre mit genannter Frist endet automatisch nach Ablauf dieser Frist, frühestens nach drei Monaten. Ohne Fristangabe läuft sie mindestens ein Jahr. Die Aufhebung muss erneut beim Regierungspräsidium beantragt werden; eine Rückkehr ist erst nach einer Sperrfrist von 24 Stunden möglich. Auch dann gilt das Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat sofort wieder, ohne Übergangsfrist.
Was eine Sperre tatsächlich blockiert
Die Sperre blockiert das gesamte Konto, nicht einzelne Wettmärkte. Auch Auszahlungen offener Guthaben laufen weiter; eine Sperre hebt das Konto nicht auf, sondern legt es still. Wer während einer Sperre versucht, sich bei einem anderen Anbieter anzumelden, scheitert an der OASIS-Abfrage. Wer sich bei einem nicht angeschlossenen Anbieter anmeldet, hat die Sperre rechtlich umgangen – mit allen Konsequenzen, die daraus folgen, weil dort weder der Schutz der deutschen Auflagen noch die Möglichkeit einer späteren Streitbeilegung vor einem deutschen Gericht greifen.
Was Offshore-Anbieter anders machen – und was dabei verloren geht
Vier der zehn in Deutschland erreichbaren Marken – Playzilla, Allyspin, 22Bet und Boomerang Bet – tauchen auf der GGL-Whitelist nicht auf. Sie werben mit Fußball, Tennis, Basketball und virtuellen Sportarten, sie nennen Sportsbook-Regeln und Live-Wetten, und sie akzeptieren deutsche Spieler. Was sie nicht haben, ist eine deutsche Erlaubnis.
Warum diese Marken nicht auf der Whitelist stehen
Diese Seiten sind über .com-Domains erreichbar und werden, soweit sich aus Drittquellen ergibt, in Curaçao lizenziert. Die GGL weist Curaçao-Lizenzen für den deutschen Markt ausdrücklich als nicht relevant aus, und eine Lizenz außerhalb Deutschlands ersetzt nicht die deutsche Erlaubnis. Allein das Fehlen auf der Whitelist bedeutet, dass die Anbieter OASIS nicht abfragen, die LUGAS Limitdatei nicht nutzen und die Aktivitätsdatei nicht bedienen. Für deutsche Spieler liegt damit kein verbindlicher Spielerschutz vor.
Was die GGL zu solchen Angeboten sagt
Die GGL hat am 17. September 2026 ausdrücklich vor illegalen Angeboten gewarnt und bekräftigt, dass die Teilnahme an nicht erlaubtem Glücksspiel in Deutschland strafbar sein kann – ein Hinweis, der nicht auf eine Verfolgung einzelner Spieler zielt, sondern auf die Bekämpfung des unerlaubten Marktes als Ganzes. Die Behörde geht gegen Veranstalter mit Zahlungs- und Netzblockaden vor und kann Bußgelder verhängen. Was übrig bleibt, ist eine Plattform, die außerhalb des deutschen Rechtsraums operiert – was Konsequenzen hat, wenn es hart auf hart kommt.
Welche Risiken konkret entstehen
Wer auf einer Offshore-Seite spielt, gibt mehrere Schutzmechanismen auf einmal ab: Die OASIS-Sperre gilt dort nicht, eine in Deutschland gesetzte Selbstsperre verliert ihre Wirkung, das 1.000-Euro-Limit greift nicht. Parallel-Spielverbot, Einzahlungsobergrenze, Tätigkeitsdatei – alles Mechanismen, die nur innerhalb des lizenzierten Marktes greifen. Auf der anderen Seite locken genau die Punkte, die der deutsche Markt einschränkt: höhere Limits, breitere Wettmärkte, schnellere Auszahlungen, oft Kryptowährungen. Wer dort einzahlt, akzeptiert, dass bei einem Streitfall kein deutsches Gericht zuständig ist und keine deutsche Aufsichtsbehörde eingreifen kann.
Was die Justiz zu Rückforderungen sagt
Vor dem Bundesgerichtshof laufen Verfahren, die klären sollen, ob Spieler von nicht erlaubten Anbietern verlorene Einsätze zurückfordern können. Am 25. Juli 2024 legte der BGH dem Europäischen Gerichtshof die Frage vor, ob die Dienstleistungsfreiheit einer Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht – der Ausgangsfall betrifft einen Spieler, der von Tipico mehr als 3.700 Euro aus den Jahren 2013 bis 2018 zurückfordert. Der Generalanwalt am EuGH, Nicholas Emiliou, hielt es in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 grundsätzlich für möglich, nicht zugelassene Sportwettenanbieter zur Rückzahlung zu verpflichten – mit einer Ausnahme: Wo Behörden zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen, soll diese Linie nicht gelten. In einem Parallelverfahren gegen Betano erging am 22. März 2024 ein Hinweisbeschluss, der die Position betroffener Spieler stärkt. Beide Verfahren sind noch nicht endgültig entschieden; eine Garantie, dass jeder Spieler sein Geld zurückbekommt, lässt sich daraus nicht ableiten.
Was Offshore fehlt, hat einen Katalog – und der ist umfangreich
Wer auf einer Plattform ohne deutsche Erlaubnis spielt, verzichtet nicht auf einzelne Komfortfunktionen, sondern auf die gesamte Schutzarchitektur. Das ist keine Stimmungsmache, sondern das Ergebnis der Glücksspielregulierung in Deutschland.
Wegfallende Schutzmechanismen
Das sind die Mechanismen, die nur innerhalb der deutschen Erlaubnis greifen: die Spielersperre über OASIS, das Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat über LUGAS, das Parallel-Spielverbot über die Aktivitätsdatei, die Identitätsprüfung mit PostIdent oder VideoIdent, die eigene Volljährigkeitsprüfung, das Verbot anonymer Zahlungsmittel und die insolvenzfeste Trennung der Spielergelder. Wer einen dieser Punkte für sich behalten will, kann ihn nur dort einklagen, wo er gesetzlich verankert ist – und das ist ausschließlich der lizenzierte Markt.
Beschränkte Live-Wetten und Wettmärkte
Innerhalb der deutschen Erlaubnis ist das Wettprogramm auf das beschränkt, was die GGL nach § 21 Abs. 5 zulässt. Live-Wetten dürfen während eines laufenden Spiels nur auf den Endausgang gewettet werden oder auf Komponenten wie das nächste Tor im Fußball oder den nächsten Satz im Tennis – der nächste Punkt im Tennis oder der nächste Korb im Basketball sind nicht erlaubt. Wetten auf Sportereignisse überwiegend Minderjähriger oder Amateure (im Fußball alles unterhalb der 3. Liga), manipulationsanfällige Wetten und Wetten auf Regelverstöße sind ausgeschlossen. Wetten auf E-Sports sind nach der Position der GGL nicht zulässig, weil E-Sports nicht als Sport anerkannt ist. Offshore-Anbieter müssen sich an diese Einschränkungen nicht halten – sie haben schlicht keine Erlaubnis zu verlieren.
Was der Vergleich der zehn Marken zeigt
Zehn Anbieter, sechs mit deutscher Erlaubnis und vier ohne, alle erreichbar für Spieler in Deutschland. Der Vergleich zeigt keine Überraschung: Wer an OASIS angeschlossen ist, kann es nicht vermeiden, wer nicht angeschlossen ist, kann es nicht legal anbieten.
Betway – Erlaubnisinhaber für deutsche Spieler
Betway wird von der Betway Limited betrieben; die Whitelist führt die Marke mit erster Erlaubnis vom 9. März 2021 und einer Folgeerlaubnis vom 23. Dezember 2022. Daneben besteht eine Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele seit dem 2. Oktober 2026, die nur den Bereich der Slots betrifft und für die Frage der Sportwetten keine Rolle spielt. Der Anbieter führt die OASIS-Abfrage durch und ist an die LUGAS Limitdatei angeschlossen. Für Spieler mit Wohnsitz in Deutschland ist das die breit abgesicherte Variante.
DAZN Bet – neuer Name, alte Erlaubnisstruktur
DAZN Bet wird von der DZBT Operations Limited mit Sitz in Malta betrieben; die Sportwetten-Erlaubnis besteht seit dem 22. August 2023. Der Anbieter gehört zu den jüngeren Whitelist-Einträgen und nutzt das Sportwettenprogramm im Rahmen der GGL-Vorgaben. Im Live-Wetten-Bereich unterliegt er denselben Einschränkungen wie andere deutsche Anbieter, was für Spieler, die ein breites In-Play-Programm erwarten, eine Einschränkung bedeutet.
bpremium – Teil einer größeren Holding
Hinter Bpremium steht die Ladbrokes (Deutschland) Limited, die auf der Whitelist auch für die Domain Partypoker.de mit Erlaubnissen für Online-Poker und virtuelle Automatenspiele seit dem 10. November 2022 geführt wird. Das Sportwetten-Angebot läuft unter der Erlaubnis vom 9. Oktober 2020 mit Folgeerlaubnis vom 21. Dezember 2022. Die Marke gehört damit zu den etablierten Namen im lizenzierten Markt – was Vorteile bei der Marktdurchdringung hat, aber kein Alleinstellungsmerkmal für OASIS-Sperren ist.
Betano – Gegenstand laufender Rückforderungsverfahren
Betano wird von der Betkick Sportsbetting Limited betrieben; die Sportwetten-Erlaubnis besteht seit dem 19. Februar 2021 mit Folgeerlaubnis vom 16. Dezember 2022. Der Anbieter spielt eine Rolle in den laufenden Verfahren vor dem BGH – die Frage, ob Spieler von nicht erlaubten Anbietern verlorene Einsätze zurückfordern können, betrifft zwar Fälle ohne deutsche Erlaubnis, ist aber im Bewusstsein vieler Spieler mit dem Namen Betano verknüpft. Was für Wetten bei einem lizenzierten Anbieter bleibt: die deutsche Erlaubnis, OASIS, LUGAS, der volle Schutz des Glücksspielstaatsvertrags.
AdmiralBet – Erlaubnis mit drei Folgeausstellungen
AdmiralBet wird von der Greentube Betting Malta Limited betrieben; die Whitelist listet eine Sportwetten-Erlaubnis seit dem 9. Oktober 2020 mit Folgeerlaubnissen vom 13. Dezember 2022 und 29. Juli 2024. Für virtuelle Automatenspiele auf slots.admiralbet.de besteht eine eigene Erlaubnis seit dem 28. September 2022. Drei Folgeausstellungen zeigen, dass der Anbieter die Erlaubnis wiederholt verlängert bekommen hat – ein Hinweis auf ein laufendes Aufsichtsverhältnis, nicht aber auf ein günstigeres Wettprogramm für den Spieler.
NEO.bet – kleinere Marke mit Standardausstattung
NEO.bet wird von der Greenvest Betting Limited betrieben; die Erlaubnis besteht seit dem 9. Oktober 2020 mit einer Folgeerlaubnis vom 22. Dezember 2022. Die Marke gehört zu den kleineren Anbietern mit deutscher Erlaubnis und teilt das Schicksal aller lizenzierten Anbieter: das 1.000-Euro-Limit, die OASIS-Sperre, die eingeschränkten Live-Wetten. Was sie von den Großen unterscheidet, ist eher die Marktposition als das Schutzprofil.
Playzilla, Allyspin, 22Bet und Boomerang Bet – dieselbe Lücke in vier Verpackungen
Vier Marken ohne deutsche Erlaubnis, alle mit einem Sportwetten-Bereich, alle mit einem ähnlichen Versprechen. Playzilla bietet nach eigenen Angaben ein Sportsbook mit Live-Wetten und virtuellen Sportwetten. Allyspin nennt Fußball, Tennis, Tischtennis, Basketball, Eishockey, American Football und Baseball als Wettoptionen. 22Bet führt Fußball, Eishockey, Biathlon, Baseball und Boxen auf. Boomerang Bet unterscheidet Sport, In-Play, Esports und Top-Leagues und veröffentlicht eigene Sportsbook-Regeln. Alle vier sind über .com-Domains erreichbar, nicht in der Whitelist, fragen OASIS nicht ab und fallen nicht unter den Glücksspielstaatsvertrag. Sie mögen subjektiv schneller auszahlen oder höhere Limits bieten – die Frage ist, was es einen Spieler kostet, dort zu spielen, wenn eine Sperre nicht greift oder eine Auszahlung streitig wird.
Was das Einzahlungslimit konkret auslöst – eine Modellrechnung
Wer monatlich 1.000 Euro einzahlt und einmal auf eine Wette mit zwei Ausgängen zu einer angenommenen Quote von 1,90 setzt, spielt 1.000 Euro Umsatz und riskiert statistisch die Hälfte davon. Der Erwartungswert liegt beim Buchmacher; der Buchmacher behält durch die Quote einen Anteil, der sich berechnet aus 1 minus der Auszahlungsquote. Bei einer angenommenen Auszahlungsquote von rund 94,7 Prozent, die sich aus zwei Ausgängen zu Quote 1,90 ergibt, bleibt ein Anteil von knapp über fünf Prozent als Marge. Aus dem Umsatz von 1.000 Euro entspricht das einem statistisch erwarteten Verlust in einem niedrigen dreistelligen Bereich – genau die Größenordnung, in der das Einzahlungslimit den Schaden begrenzt. Wer diesen Mechanismus umgeht, indem er bei einem Anbieter ohne deutsche Erlaubnis spielt, gewinnt kein Geld, sondern verzichtet auf die Bremse.
Was bleibt – und was es für die Wahl eines Anbieters bedeutet
Die Frage, ob es „Wettanbieter ohne OASIS“ gibt, hat für Spieler in Deutschland nur eine Antwort: Wer an OASIS angeschlossen ist, hat eine deutsche Erlaubnis und nutzt die Sperre. Wer nicht angeschlossen ist, hat keine deutsche Erlaubnis und unterliegt nicht dem deutschen Schutzregime. Was bleibt, ist eine Einteilung, die so klar wie die Regulierung selbst ist: sechs Anbieter mit Erlaubnis, vier ohne. Wer auf der deutschen Seite spielt, akzeptiert das 1.000-Euro-Limit, die OASIS-Sperre und die eingeschränkten Live-Märkte – und bekommt dafür einen Rechtsrahmen, in dem Streitfälle vor deutschen Gerichten verhandelt werden. Wer auf der anderen Seite spielt, bekommt höhere Limits, breitere Märkte und schnellere Auszahlungen – und gibt den gesamten Schutzrahmen ab. Das ist die einzige Wahl, die der Markt tatsächlich anbietet.
Häufig gestellte Fragen
Was ist OASIS und wer wird dort eingetragen?
OASIS ist das bundesweite Spielersperrsystem, das vom Regierungspräsidium Darmstadt verwaltet wird und an das jeder Anbieter mit deutscher Erlaubnis angeschlossen ist. Eingetragen werden Personen, die sich selbst sperren lassen, die von Angehörigen oder Dritten gesperrt werden oder deren Einzahlungslimit überschritten wurde. Eine Selbstsperre läuft mindestens drei Monate, wenn der Spieler eine Frist nennt, sonst mindestens ein Jahr. Die Datei umfasst nach der Bilanz 2025 rund 367.000 aktive Sperren.
Wie läuft die OASIS-Abfrage bei Registrierung und Login ab?
Bei der Registrierung und bei jedem Login eines Spielers wird ein Abgleich mit der Sperrdatei durchgeführt. Ist der Spieler in OASIS eingetragen, wird die Registrierung abgelehnt oder das Konto gesperrt. Der Abgleich ist verpflichtend für alle Anbieter mit deutscher Erlaubnis und in den AGB der Anbieter ausdrücklich genannt, etwa bei Interwetten und Wettarena.
Welchen Status haben Wettanbieter, die nicht an OASIS angeschlossen sind?
Diese Anbieter haben keine deutsche Sportwetten-Erlaubnis und sind nicht auf der Whitelist der GGL verzeichnet. Sie können Spieler aus Deutschland bedienen, weil sie vom deutschen Recht nicht erfasst werden, und fallen entsprechend nicht unter die Glücksspielregulierung des GlüStV. Sie sind aus Sicht der GGL illegale Angebote, vor denen die Behörde ausdrücklich warnt.
Was bewirkt der Panikbutton mit sofortiger 24-Stunden-Sperre?
Der Panikbutton schaltet unmittelbar für 24 Stunden den Zugang zum Wettkonto frei. Er wird in den Kontoeinstellungen jedes lizenzierten Anbieters angeboten und wirkt ohne Wartezeit. Nach Ablauf der 24 Stunden läuft der Zugang normal weiter, sofern keine weiteren Sperren gesetzt sind. Er ist kein Selbstantrag auf Sperre, sondern ein Schalter.
Welche Folgen hat eine OASIS-Sperre für ein Konto bei einem zugelassenen Anbieter?
Eine OASIS-Sperre blockiert das Konto vollständig – Anmeldung und Wetten sind nicht mehr möglich. Offene Guthaben werden weiterhin ausgezahlt. Eine Sperre greift zudem bei jedem anderen deutschen Anbieter, sobald dort eine Anmeldung versucht wird. Eine Aufhebung ist frühestens nach drei Monaten und nur mit 24-stündiger Wartezeit möglich.
Wer zahlt die Wettsteuer?
Die Wettsteuer nach den §§ 16–25 RennwLottG beträgt 5,3 Prozent der Bemessungsgrundlage, die der Einsatz abzüglich der Steuer selbst ist – das sind rund 5,03 Prozent des ausgezahlten Einsatzes. Sie wird vom Veranstalter der Wette geschuldet, nicht vom Spieler. Ob und wie der Anbieter sie an den Spieler weitergibt, ist seine Sache – und steht allein in seinen AGB. Auf Offshore-Seiten zahlt der Anbieter die Steuer in der Regel nicht, was den steuerlichen Vorteil von Wetten ohne deutsche Erlaubnis teilweise aufhebt: Wer dort 100 Euro einzahlt, hat effektiv weniger auf dem Wettkonto, als wenn er bei einem deutschen Anbieter spielt, der die Steuer auf den Bruttoeinsatz aufschlägt. Umgekehrt heißt das: Der Preisvorteil, den Offshore verspricht, ist nur ein scheinbarer Vorteil.
Wer fragt OASIS ab – und wann?
Anbieter mit deutscher Erlaubnis gleichen bei der Registrierung und beim Login eines Spielers die Daten gegen die Sperrdatei ab. So steht es in den Geschäftsbedingungen, etwa bei Interwetten, das ausdrücklich auf den Abgleich gegen die deutschlandweite Sperrdatenbank verweist und selbst kein eigenes System betreibt. Auch die I.B.C. Sportsbetting Limited, Betreiberin von Wettarena, nutzt nach ihren AGB ausschließlich das vom Regierungspräsidium Darmstadt verwaltete System. Wer sich in OASIS erfolgreich einträgt, kann bei keinem dieser Anbieter mehr spielen, solange die Sperre läuft.
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